Justin Trudeau ist längst mehr als nur Politik: Der kanadische Ex-Premier sorgt seit Jahren für Schlagzeilen – zwischen TV-Auftritt, Liebesdrama, sexistischem Gegenwind und einem rasanten Stimmungsumschwung Richtung politisches Aus. Und während seine Karriere längst abgebogen ist, nimmt das Privatleben offenbar gerade wieder Fahrt auf.
Steckbrief
- Vorname Justin Pierre James
- Name Trudeau
- geboren 25.12.1971, Ottawa, Ontario / Kanada
- Sternzeichen Steinbock
- Jahre 54
- Grösse 188 cm
- Partner Katy Perry (seit 2025) Sophie Grégoire (geschieden, 2005-2023)
- Kinder Xavier James (*2007) Ella-Grace Margaret (*2009) Hadrien (*2014)
Vielleicht als Überraschung: Im Jahr 2007 stand Justin Trudeau in einer Hauptrolle in der TV-Serie „The Great War“, die die Beteiligung Kanadas am Ersten Weltkrieg nacherzählte. Ein Talent für Auftritte – zumindest vor der Kamera – war ihm also nicht fremd.
Auch politisch setzt er gern auf Haltung. Trudeau bezeichnet sich selbst als Feminist und macht daraus einen klaren Markenkern, unter anderem weil er viele Frauen in seine Regierung geholt hat. Für ihn wirkt die Botschaft nicht nur wie ein Slogan, sondern wie ein Programm.
Dass er nicht nur reden kann, stellte Trudeau 2012 beim Charity-Boxkampf unter Beweis: Er trat gegen seinen politischen Gegner Patrick Brazeau an – und gewann. Sportliche Schlagkraft gab’s also nicht nur im übertragenen Sinn.
Ein weiterer Punkt, der ihm besonders bei jungen Menschen Sympathien brachte: Trudeau setzte sich für die Legalisierung von Cannabis ein. Für viele wirkte das wie ein modernes Signal in einer Zeit, in der sich die Gesellschaft ohnehin neu sortierte.
Oft hieß es, Trudeau sei der jüngste Premierminister Kanadas aller Zeiten. Doch ganz so stimmt das nicht: Joe Clark war mit 39 Jahren noch jünger als Trudeau, der mit 44 Jahren ins Amt kam.
Trotzdem blieb: Kaum ein Politiker schaffte es, so eine große Fangemeinde um sich zu sammeln – zumindest bis seine politische Bilanz kippen sollte. Danach wurde aus der Popkultur-Anmutung schnell ein Thema für Kritik und Rückblicke.
Familie, Ausbildung und der Weg in die Politik
Ein großer Einfluss kam früh aus der Familie: Justins Vater Pierre Trudeau war ebenfalls Premierminister von Kanada und prägte damit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Perspektive seines Sohnes. Nach der Trennung der Eltern im Jahr 1977 wuchs Justin Trudeau mit seinen zwei jüngeren Brüdern beim Vater in Montreal auf.
Nach seinem High-School-Abschluss legte er eine Station ein, die man nicht unbedingt erwartet: Er unterrichtete zeitweise Sozialkunde, Mathematik und Französisch. Dazu arbeitete er sich auf insgesamt drei Bachelor vor – unter anderem in Literaturwissenschaften und Sozialkunde. Einen Master wollte er ebenfalls machen, entschied sich dann aber für Umweltgeographie.
Und irgendwann kam doch der Schritt, der wie eine Rückkehr zu den Wurzeln wirkte: Trudeau beschäftigte sich schließlich mit Politik – besser spät als nie, aber eben doch konsequent.
Schon seit der Jugend war er Anhänger der Liberalen Partei Kanadas, genau wie sein Vater. Der große Durchbruch kam jedoch erst um die Jahrtausendwende: 2000 hielt Trudeau auf dem Staatsbegräbnis seines Vaters eine so bewegende Rede, dass plötzlich weite Teile des Landes seinen Namen kannten. Seine Popularität nutzte er anschließend vor allem, um junge Wähler zurückzuholen – mit Unterstützung für Spitzenpolitiker im Wahlkampf und mit Engagement für gute Zwecke.
Aufstieg: Parteichef und Premierminister
Dieses Engagement und die starke Verbindung zu vielen kanadischen Bürgern machten Trudeau schnell zum Lieblingskind seiner Partei. 2013 wurde er dann mit einer Mehrheit von 80% zum Vorsitzenden der Liberalen ernannt.
Ein Konkurrent trat sogar freiwillig nicht an, weil er sich keine Chance ausrechnete – Trudeau war innerhalb der Partei schlicht zu beliebt. Den finalen Höhepunkt setzte er 2015 drauf: Bei der kanadischen Bundestagswahl holte seine Partei die Mehrheit im Parlament, und am 4. November 2015 wurde er zum Premierminister ernannt.
In den Medien erhielt er dafür sogar den Titel „Sexiester Premierminister aller Zeiten“. Ein Image, das damals mehr war als nur ein Spruch – es funktionierte als Aufmerksamkeitsturbo.
Der Bruch: Vorwürfe und Image-Schaden
2018 änderte sich die Stimmung abrupt. Es wurde bekannt, dass der Premierminister vor seiner Zeit als Politiker eine junge Journalistin sexuell belästigt haben soll. Zwar hatte er sich am Tag nach dem Vorfall bei der Frau entschuldigt, doch später verteidigte er sich mit dem Argument, er habe nicht das Gefühl gehabt, sich unangemessen verhalten zu haben.
Gleichzeitig räumte er ein, dass „jemand das anders aufgefasst haben mag“ – und dass nicht nur „eine Seite“ zähle. Besonders pikant wurde die Sache, weil Trudeau sich selbst als Feminist sieht, penibel auf geschlechtergerechte Sprache achtet, die MeToo-Kampagne unterstützt und sein Kabinett paritätisch mit Frauen und Männern besetzt.
Trotzdem kam er zunächst vergleichsweise unbeschadet durch die Affäre – auch weil seine Popularität enorm war. Doch wie so oft, wenn das Vertrauen einmal wackelt, kam die Rechnung später.
Der politische Niedergang begann schließlich im Herbst 2024: Nach Jahren wachsender Unzufriedenheit über die Wirtschaft – steigende Preise, eine schwächelnde Konjunktur und ein zunehmend angespannter Immobilienmarkt – steckte seine Minderheitsregierung in einer tiefen Krise. Der Bruch mit der Neuen Demokratischen Partei, die seine Regierung bislang gestützt hatte, traf ihn besonders hart.
Damit verlor Trudeau nicht nur die parlamentarische Rückendeckung, sondern auch das politische Gleichgewicht, das seine Amtszeit bisher getragen hatte. Innerhalb weniger Monate folgte zudem eine Kettenreaktion von Rücktritten im Kabinett – ein Eindruck, als würde die Regierung auseinanderbrechen.
Der Abgang von Chrystia Freeland war dabei der auffälligste Schritt: Sie galt als Trudeaus engste Vertraute, arbeitete als Finanzministerin und war zudem stellvertretende Premierministerin. Ihr Weggang sorgte nicht nur für Unruhe in der eigenen Partei, sondern nährte auch Spekulationen über eine mögliche Machtübernahme.
Als Trudeau schließlich in den Umfragen dramatisch nachließ, wirkte sein politisches Schicksal besiegelt. Im Januar 2025 erklärte er seinen Rücktritt von Partei- und Regierungsamt. Er begründete den Schritt mit der Lähmung seiner Regierung und sagte sinngemäß: „Es ist mir klar geworden, dass ich nicht die beste Option für die Wahl bin, wenn ich interne Kämpfe ausfechten muss.“
Viele Kanadier fanden jedoch, dass der Zeitpunkt zu spät war. In ihren Augen hielt er zu lange an einer einst strahlenden Vision fest, während das Vertrauen seiner Wähler längst verblasst war.
Auch sein Privatleben blieb nicht stehen. Die Ehe des früheren Spitzenpolitikers war gescheitert: Seit 2005 ist Justin Trudeau mit Sophie Grégoire verheiratet – sie war früher in die Schulklasse seines Bruders gegangen. 2003 trafen sie sich wieder, damals moderierten sie gemeinsam ein Charity-Event, bevor daraus das erste Date und später „Politiker-Geschichte“ wurde.
Gemeinsam bekamen sie zwei Söhne und eine Tochter. Am 2. August 2023 gab Trudeau bekannt, dass er und Grégoire sich getrennt hatten.
Im Sommer 2025, nachdem Trudeau zurückgetreten und damit Single war, soll es dann gefunkt haben: Erste Spekulationen, dass der Ex-Premier mit Katy Perry eine Beziehung haben könnte, ließen die Gerüchteküche schnell kochen. Ende Juli veröffentlichte „TMZ“ Fotos, auf denen Perry und Trudeau einander beim Dinner im Nobel-Restaurant „Le Violon“ in Montreal sehr vertraut wirkten.
Kurz darauf wurde Trudeau bei einem Konzert des Popstars im Publikum gesichtet. Im September sah man die beiden dann als Turteltauben: beim Küssen und Kuscheln auf Perrys Jacht vor der Küste von Santa Barbara.
Weder Perry noch Trudeau haben die Beziehung öffentlich bestätigt. Bis dahin bleibt nur die Frage, ob daraus etwas Ernstes wird – oder ob es bei einem lockeren Kapitel bleibt.
Quick facts
- Justin Trudeau war 2007 in „The Great War“ in einer Hauptrolle zu sehen.
- 2012 gewann er einen Charity-Boxkampf gegen Patrick Brazeau.
- Er setzte sich für die Legalisierung von Cannabis ein.
- Joe Clark war als Premier mit 39 Jahren jünger als Trudeau, der mit 44 ins Amt kam.
- 2013 wurde Trudeau mit 80% zum Vorsitzenden der Liberalen ernannt.
- Am 4. November 2015 wurde er Premierminister.
- 2018 kamen Vorwürfe wegen sexueller Belästigung ans Licht.
- Im Herbst 2024 begann Trudeaus politischer Niedergang.
- Im Januar 2025 erklärte Trudeau seinen Rücktritt von Partei- und Regierungsamt.
- Am 2. August 2023 wurde die Trennung von Sophie Grégoire bekanntgegeben.
- Seit 2025 wird eine neue Verbindung zu Katy Perry diskutiert.
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