Das Zürich Film Festival ehrt in diesem Jahr einen echten Langstrecken-Star hinter der Kamera: Der US-Regisseur Richard Linklater (65) bekommt für sein Lebenswerk den „Career Achievement Award“. Wie die Veranstalter am Donnerstag bekanntgaben, wird der gebürtige Texaner beim ZFF (24. September bis 4. Oktober) in Zürich ausgezeichnet. Linklater hat seine Teilnahme bereits zugesagt und wird nicht nur den „Golden Eye“ entgegennehmen, sondern außerdem eine Masterclass vor Ort geben. Zusätzlich ist eine Retrospektive seiner Filme geplant – also ein Blick zurück auf das Werk, das über Jahre hinweg Generationen von Zuschauern geprägt hat.
Christian Jungen, Geschäftsführer des Festivals, schwärmt in der Mitteilung von Linklaters besonderem Stil: „Richard Linklater ist einer der visionärsten und prägendsten Regisseure des amerikanischen Independent-Kinos.“ Jungen betont, wie Linklater es verstehe, über „lebensechte“ Dialoge und Szenen, die wirken, als wären sie direkt aus dem Alltag gegriffen, Stimmungen und Befindlichkeiten sichtbar zu machen. Auch Schauspieler holt der Regisseur laut Jungen immer wieder aus ihren besten Leistungen heraus. „Daher freue ich mich besonders, ihn in Zürich willkommen zu heissen und seine Filme, die mich seit vielen Jahren begeistern, dem Publikum zu vermitteln“, so der Festivalchef weiter.
Auch Linklater selbst zeigt sich dankbar für die Ehrung. In einer Stellungnahme sagt er: „Ich fühle mich sehr geehrt, vom Zürich Film Festival mit dem Career Achievement Award ausgezeichnet zu werden.“ Der Regisseur erinnert daran, dass er Christian Jungen bereits bei den Golden Globes begegnet ist: Damals habe er ihm erzählt, dass er schon lange einmal zum ZFF kommen wollte – und nun habe sich die passende Gelegenheit ergeben. „Ich freue mich sehr, dass mich diese Auszeichnung nach Zürich führt, und darauf, gemeinsam mit dem europäischen Publikum zu feiern, das mich während meiner gesamten Laufbahn begleitet und unterstützt hat“, heißt es abschließend.
Linklater gilt als einer der Vorreiter der Indie-Welle der Neunzigerjahre. Schon sein zweiter Spielfilm „Slacker“ – eine Komödie, die ohne großes Budget auskam und ohne bekannte Gesichter gedreht wurde – landete beim Sundance Film Festival. Dort wurde das Projekt entdeckt, und der Streifen spielte anschließend rund eine Million Dollar ein.
Neben „Boyhood“, der sechs Oscar-Nominierungen bekam und Patricia Arquette (58) den Oscar als beste Nebendarstellerin einbrachte, wurde Linklater vor allem durch die „Before“-Reihe berühmt. Die Liebesdramen „Before Sunrise“ (1995), „Before Sunset“ (2004) und „Before Midnight“ (2013) spielen mit Ethan Hawke (55) und Julie Delpy (56) in den Hauptrollen. Darüber hinaus hat Linklater auch andere populäre Titel in seiner Filmografie, darunter „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ (1993) und „School of Rock“ (2003).








